Neubau des Musikforums Bochum


Projektinformationen

Fertigstellung: 10/2016
Gesamtbausumme: 38,9 Mio. €
Flächen BGF: 7.250 qm 
Bauherr: Stadt Bochum Architektur Bez + Kock Architekten
Material: 1693w, Wasserstrich, bronze, weiß-geschlämmt
Fotos: Matthias Jäger

Vielen Kirchen fehlen die Gemeinden. Der Abriss ist oftmals die Folge. Nicht so für die einstige katholische St.-Marien-Kirche in Bochum. Das Gotteshaus aus dem 18. Jahrhundert wurde zum Zentrum des neuen Bochumer Musikforums der Architekten Martin Bez und Thorsten Kock. Inmitten des urbanen und über die Grenzen Bochums hinaus bekannten Ausgehviertels "Bermuda3Eck" bietet das "Anneliese Brost Musikforum Ruhr" mit einem großen Konzertsaal und einem Multifunktionssaal nun den einst heimatlosen Bochumer Symphonikern sowie der örtlichen Musikschule eine neue Heimat. Die äußere Gestaltung der neuen Baukörper, die das Langhaus der Kirche gerade so flankieren, dass nur noch der schmale Chor aus dem Ensemble heraustritt, wird durch eine helle Backsteinfassade bestimmt. Der helle, terrakottafarbene Klinker wurde exklusiv für das Musikforum entwickelt und produziert. Die Fassade besteht aus weiß geschlämmtem Mauerwerk, wobei der durchscheinende rote Scherben des Wasserstrich-Backsteins dem Material der historischen Marienkirche entspricht und die Farbe ihres ursprünglichen, roten Ziegels aufnimmt. 

Der Architekt Thorsten Kock, der zusammen mit Martin Bez im Jahr 2000 das Generalplanungsbüro Bez+Kock Architekten in Stuttgart gründete, zeichnet für den Entwurf des Neubaus Anneliese brost Musikforum Ruhr verantwortlich. Das Büro mit rund 35 Mitarbeitern erhält seine Aufträge vornehmlich aus gewonnenen Architekturwettbewerben. Im Gespräch berichtet Thorsten Kock über das neue Musikforum. 


Was war die Grundidee des Gebäudeentwurfs? 

Zentrale Entwurfsidee war es, das Musikzentrum als lang gestreckten Baukörper entlang der Viktoriastraße mit einer breiten Vorfläche und deutlich herausgearbeiteten Eingängen auf beiden Seiten des Chors der Kirche zu positionieren.


 Vor welche besonderen Herausforderungen stellte sie der Gebäudeentwurf?

Eine besondere Herausforderung lag darin, die St.-Marien-Kirche baulich in das Ensemble einzubinden, ihr aber gleichzeitig eine angemessene Achtung entgegenzubringen. Wir wollten den mit der Kirche bereits seit Jahrhunderten bestehenden Versammlungsort als solchen erhalten und als Identität stiftende Mitte in das neue Ensemble integrieren.


 Wie wichtig ist die Fassade innerhalb des Entwurfs?

Die Fassade nimmt einen hohen Stellenwert ein. Die hell beigefarbenen Ziegel scheinen auf den ersten Blick farblich mit dem Kirchenschiff zu kontrastieren. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man jedoch, dass die Steine das Material der aus dem roten Backstein errichteten Kirche aufnehmen.


Erläutern Sie die Zusammenarbeit mit Deppe Backstein.

Wir sind mit unseren Wünschen erst in der Ausführungsphase an Deppe Backstein herangetreten, so dass wenig Zeit für die Entwicklung des Klinkers blieb. Ein hohes Maß an Flexibilität und die individuelle Betreuung durch Deppe haben schließlich dazu beigetragen. den optimalen Stein im gesetzten Zeitrahmen zu entwickeln.

 

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Bremer Landesbank, Caruso St. John architects, London