Backstein. Ressourcen bewusst einsetzen.
Die Herstellung von Backstein benötigt Rohstoffe und Energie. Deshalb arbeiten wir bei Deppe daran, Energieverbräuche und produktionsbedingte CO₂-Emissionen zu reduzieren, Rohstoffe möglichst vollständig zu nutzen und Materialien im Kreislauf zu halten.
Auf dieser Seite zeigen wir konkret, was wir bereits tun: von unserem Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 über Wärmerückgewinnung und Eigenstromerzeugung bis zur Wiederverwertung von Produktionsresten und Abbruchziegeln. Informationen zu den Umweltauswirkungen unserer Produkte stellt außerdem die unabhängig verifizierte Umweltproduktdeklaration (EPD) bereit.
Zahlen, Ziele und Maßnahmen im Detail
Einen umfassenden Einblick in unsere Energie- und Treibhausgasbilanz, unseren Umgang mit Ressourcen sowie unsere Ziele und Maßnahmen gibt unser Nachhaltigkeitsbericht 2024.
Für lange Nutzung gemacht
Das Brennen unserer Deppe Klinker ist energieintensiv. Die Backsteine werden immerhin bei mehr als 1000 Grad im Ofen gebrannt. Das kostet zunächst einmal Energie. Aber wenn man diese Energie einmal investiert, bekommt man dafür ein langlebiges und wartungsfreies Produkt. Gebäude aus Backstein werden für Generationen gebaut. Zweischaliges Mauerwerk verbindet eine massive tragende Konstruktion mit Wärmedämmung und einer dauerhaft witterungsbeständigen Vormauerschale. Sichtmauerwerk aus Backstein ist robust und benötigt nur wenig Instandhaltung.
Das entscheidende Stichwort in diesem Zusammenhang ist der Lebenszyklus. Ein Gebäude aus in zweischaliger Bauweise verbautem Backstein bietet eine Nutzungsdauer von vielen Jahrzehnten (manchmal sogar Jahrhunderten). Backsteinhäuser sind wertstabil, erzielen gute Preise beim Verkauf, lassen sich an sich ändernde Anforderungen gut anpassen und flexibel um- und ausbauen. Und wird ein Backsteinhaus doch irgendwann abgerissen gilt: auch nach dem Rückbau ist für Backstein nicht zwangsläufig Schluss. Sortenrein zurückgebaute Ziegel können wiederverwendet werden. Ziegelbruch kann aufbereitet und unter anderem im Straßen- und Wegebau, als Vegetationssubstrat oder als Sekundärrohstoff für neue Baustoffe eingesetzt werden.
Selbstverständlich fortschrittlich
Wir arbeiten seit vielen Jahren konstant und erfolgreich daran, unsere produktionsbedingten C02 Emissionen weiter zu reduzieren. Wir erzeugen über eine Mikrogasturbine und eine Photovoltaikanlage einen großen Teil unseres Stroms selbst und nutzen dabei natürlich die Abwärme des Ofens und der Mikrogasturbine im Fertigungsprozess. Eine Rauchgaswärmerückgewinnungsanlage macht seit Anfang 2024 die Wärme aus dem Abgasstrom per Wärmetauscher für unsere Vorwärmer und Trockner nutzbar. Unsere Verpackungsanlage läuft seit Frühjahr 2024 elektrisch und nicht mehr erdgasbetrieben.
Derzeit planen wir am Standort Lemke eine eigene Windkraftanlage. Damit möchten wir künftig einen weiteren Teil unseres Strombedarfs direkt am Standort erzeugen. Das Projekt befindet sich aktuell in der Planungs- und Genehmigungsphase. Parallel prüfen wir weitere technische Möglichkeiten zur Reduzierung des Erdgasverbrauchs in unserer Produktion.
Messbare Information statt Phrasen
DIN EN ISO 50001 Zertifizierung: Wir haben ein Energiemanagementsystem eingeführt, das die Anforderungen der DIN EN ISO 50001:2018 erfüllt. Damit erfassen und analysieren wir unsere energiebezogene Leistung systematisch und arbeiten kontinuierlich an ihrer Verbesserung. Das entsprechende Zertifikat steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.
Nachhaltigkeitsmerkmal EPD: Unsere aktuellste Umweltdeklaration / EPD wurde im Frühjahr 2023 vom Institut für Bauen und Umwelt veröffentlicht und ist ein unabhängig verifiziertes und registriertes Dokument, das transparente und vergleichbare Informationen über die Umweltauswirkungen von Vormauerziegeln und Klinker zur Verfügung stellt, die von Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e.V. produziert werden. Für diese Deklaration wurden von 11 der Mitglieder, selbstverständlich auch von Deppe, Daten aus dem Jahr 2021 zur Verfügung gestellt. EPDs stellen Daten bereit, mit denen Architektinnen, Architekten und Bauherren die Umweltauswirkungen unterschiedlicher Bauweisen bereits in der Planungsphase vergleichen können. Sie liefern messbare Informationen für die Beurteilung der ökologischen Gebäudequalität und sind damit wichtige Eckpfeiler bei der Nachhaltigkeitszertifizierung.
Kennen wir nicht anders: Backstein hat mehr als ein Leben
Altziegel sind ein gesuchter Baustoff. Werden alte Backsteine möglichst sortenrein rückgebaut, können sie direkt für neue Gebäude oder Sanierungen wiederverwendet werden. Ist das nicht der Fall, können sie im Straßen-, Wege- und Sportplatzbau (die rote Farbe von Tennisplätzen kommt nicht von ungefähr) oder als Pflanzensubstrat genutzt und so dem Stoffkreislauf wieder zugeführt werden. Mehr dazu auch hier.
Hier kam noch nie was weg: Produktionsreste bleiben im Kreislauf
Bei uns gibt es keinen Abfall im Produktionsprozess, alle Rohstoffreste, egal ob sie beim Aufbereiten des Materials, beim Pressen, beim Trocknen oder auch nach dem Brennvorgang anfallen, werden dem Produktionszyklus zu 100 Prozent wieder zugeführt. Das war schon immer so.
Keine Neuerfindung: Backstein in der zweischaligen Wand schafft Wohlfühlklima
Bei zweischaligem Mauerwerk übernimmt die äußere Vormauerschale aus Backstein vor allem den Witterungsschutz. Die energetischen Eigenschaften der Außenwand ergeben sich aus dem gesamten Wandaufbau einschließlich der eingesetzten Wärmedämmung. Vor das Hintermauerwerk wird dabei eine Wetterschicht aus Backstein gesetzt, im Zwischenraum befindet sich eine Dämmschicht. Diese Wände wirken klimatisierend, d.h. sie gleichen Temperaturschwankungen aus: bei großer Hitze bleibt es im Inneren eines solchen Gebäudes vergleichsweise lange angenehm kühl, bei Frost kühlt es nur langsam aus. Dieser Effekt der zeitversetzten Wärmaufnahme und -abgabe wird Phasenverschiebung genannt. Auch Gebäude im Passivhausstandard lassen sich mit zweischaligem Backsteinmauerwerk realisieren. Ebenso sind Aktivhäuser in dieser Bauweise möglich, wie unser Referenzprojekt in Rotterdam zeigt.
Das haben wir immer so gemacht: kurze Zutatenliste
Unsere Zutatenliste ist kurz. Backsteine, Verblender oder Ziegel von Deppe, egal wie wir sie nennen, werden aus mineralischen Rohstoffen hergestellt. Die wesentlichen Ausgangsstoffe sind Ton bzw. Lehm und Wasser. Beim Brennen erhalten die Steine ihre dauerhaften keramischen Eigenschaften.
Backstein ist ein emissionsarmer Baustoff. Mauersteine geben in der Regel keine Schadstoffe an die Raumluft ab. Untersuchungen von Ziegelprodukten zeigen lediglich sehr geringe Emissionen. In Verbindung mit den diffusionsoffenen und feuchtigkeitspuffernden Eigenschaften von Backstein schafft das gute Voraussetzungen für ein angenehmes Raumklima.
Auch nicht neu: kurze Wege
Unser Rohstoff hat kurze Transportwege. Der Rohstoffabbau findet zu einem Großteil in Tongruben direkt am Deppe Firmengelände statt.
Immer wieder schön: Renaturierung unserer Abbauflächen
Wir nehmen für den Abbau unseres Tons tatsächlich immer nur kleine Flächen in Anspruch und bauen dort sukzessiv das Rohmaterial ab. Das geschieht auf Flächen, die zuvor intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden. Im Klartext: wir baggern keine Naturschutzgebiete aus.
Nach Abschluss eines Abbauabschnitts werden die Flächen renaturiert. Dabei stimmen wir die Maßnahmen mit den zuständigen Behörden ab. So sind in der Umgebung unserer Ziegelei unter anderem Teiche, Feuchtwiesen, Benjeshecken sowie Streuobst- und Wildblumenwiesen entstanden, die Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten bieten. Das bedeutet, jede Tonabbaugrube wird nach und nach der Natur zurückgegeben.
Abbruchziegel
Hier bei Deppe gilt übrigens: wir nehmen alte Abbruchziegel von Deppe nach einer Prüfung der Sortenreinheit (möglichst geringer Anteil an anderen Baustoffen wie Beton etc.) zurück und führen sie unserem Produktionsprozess wieder zu. Wenden Sie sich gerne unter Tel. 05942 92100 oder info@deppe-backstein.de an uns, wenn Sie alte Deppe Ziegel abgeben möchten.
Quellen:
Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie / INTEP-Studie 2025
Planungstool „Bauen mit Backstein“
Umweltbundesamt – Stoffstrommanagement im Bauwesen
Energieinstitut Vorarlberg; Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie – Schadstoffe in Baumaterialien: Ziegelprodukte im Praxischeck